Interaktive Supervision in der GruppeVariante mit musikalischer Improvisation
Es scheint paradox, wenn ich sage, dass der reichste, produktivste und schöpferischste Mensch der ist, der k e i n e n Charakter hat Fritz Perls
![]() Definition - theoretische Ansätze- Methoden
Die ursprüngliche Bedeutung von Supervision stammt von dem lateinischen Wort supervidere, das übersetzt kontrollieren, überwachen heißt. In der Psychotherapie war man sich seit Sigmund Freud bewusst, dass therapeutische Prozesse einer fortlaufenden professionellen Beobachtung durch Außenstehende bedürfen, um blinde Flecken bei Therapeuten auszugleichen, die deren Wahrnehmung der Individualität ihrer Patienten/ Klienten beeinträchtigen würden. Sogenannte Übertragung bewirkt, dass Patienten/ Klienten üblicherweise ihren Beziehungshelfern positive wie negative Rollen zuschreiben, die früher bedeutsame Bezugspersonen in ihrem Leben innehatten. Unreflektiert neigen jene dazu, diese angebotenen Rollen zu übernehmen und dazu korrespondierend zu reagieren. Dies nennt man Gegenübertragung, die zum Therapieproblem wird, indem sie dort mögliche neue Beziehungserfahrungen verhindert oder sogar frühere traumatische Erlebnisse wiederholt. Klassische Fall-Supervision dient dazu, derartige Fehlentwicklungen im therapeutischen Prozess aufzudecken. In der Gestalttherapie wurde eine Theorie der Supervision entwickelt, welche nicht den Patienten/ KLienten sondern die jeweilige Beziehung zwischen Patient /Klient und dem jeweiligen Beziehungshelfer in den Fokus nimmt. Denn nicht nur der Patient/Klient tendiert aufgrund biografischer Erfahrungen und seines erworbenen Charakters zu Übertragungen sondern selbstverständlich auch der Helfer als Mensch. So wird dessen Gegenübertragung ebenfalls beeinflusst duch eigene Beziehungserfahrungen. Supervision sollte daher auch indirekte d.h. klientenzentrierte Selbsterfahrung für die Person des therapeutisch wirkenden Helfers beinhalten. Die Systemtheorie betrachtet das Zusammenwirken von Beteiligten im Rahmen von Systemen wie Familien oder Arbeitsteams. Unter systemischem Gesichtspunkt entwickelt Supervision die Zielperspektive, Beziehungen innerhalb solcher Systeme d.h. deren Beziehungsklima zu verbessern. Dies geschieht, indem sich alle Beteiligten ihrer eigenen Übertragungs-Gegenübertragungsanteile an gegebenen Konflikten bewusst werden. Innerhalb von Familien spielen Konflikte vor allem aufgrund intergenerationeller Vorurteile und Missverständnisse häufig eine unheilvolle Rolle als Ursache von psychischen Störungen. Arbeitstätige Menschen erleben immer öfter belastende Probleme am Arbeitsplatz wie z.B. Mobbing. Auch hier sind psychische Störungen eine häufige Folge. Durch vorbeugende Gruppen-Supervision lässt sich das Beziehungsklima in derartigen Systemen klären, bevor es zu irreversiblen Folgeerscheinungen, krankheitsbedingten Arbeitsausfällen oder negativen Auswirkungen auf Arbeitsergebnisse kommt.
Wirkung musikalischer Improvisation in der Interaktiven Supervision
Die Einbeziehung nonverbaler Kommunikation als Variante der Gruppen-Supervision beinhaltet die Chance einer vertieften Wirksamkeit derselben. Musikalische Improvisation umfasst nämlich gleichzeitig Frage, Antwort und Reaktion und stellt insofern eine Integration von Wahrnehmung, Gefühl und Handlung dar. es kommt hinzu, dass - anders als bei rein verbalem Austausch - hier mehrere Personen gleichzeitig sprechen können. Auf spielerische Weise können in Interaktiver Supervision eigene Anteile nicht nur bewusst gemacht, sondern darüber hinaus Konflikte durch Neugestaltung von Beziehung aufgelöst werden. Diese Variante der Gruppen-Supervision eignet sich infolge dessen besonders zur Verbesserung des Beziehungsklimas in Systemen.
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