Musikalische Improvisation Wahres Wissen kommt nicht aus dem Intellekt,
![]() Musikalische Improvisation bedeutet spontane Kommunikation durch Austausch akustisch wahrnehmbarer Signale. Die Teilnehmer einer musikalisch improvisierenden Selbsterfahrungsgruppe sind i.d.R. nicht ausgebildete Musiker sondern Laien. Es werden hauptsächlich einfache Klang-und Rhythmusinstrumente benutzt, die jedermann ohne Vorkenntnisse zum Tönen bringen kann. Wirkungen und InterpretationAls Ergänzung einer Selbsterfahrungsgruppe fördert die Einbeziehung musikalischer Improvisation die Wahrnehmung von Emotion und Körpergefühl, belebt spontanen Ausdruck und Intuition, kultiviert Empathie, bereichert Beziehungsfähigkeit, stärkt Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein und Vitalität. Aktives Zuhören wird trainiert. Während ausschließliche verbale Kommunikation linkshirnig betont das Individuum in alten Denkstrukturen und Selbstkonzepten gefangen hält, eröffnet ihm ungewohnte Kommunikation über den Hörkanal neue Möglichkeiten freier Selbstgestaltung. Wesentliches Charakteristikum von Improvisation ist das Spielerische im Gegensatz zu ehrgeizbetonter Leistung, planvoller Gestaltung und professionell gekonnter Darbietung.
Im musikalischen Austausch widersprechen sich Gegensätze nicht sondern ergänzen einander. Intensiviertes Hören von sich selbst schließt in der Improvisation das Hören des Anderen nicht aus, auch wenn gleichzeitig "gesprochen" wird. Frage, Antwort und Handlung bilden eine Einheit. Der in der Gruppe improvisierende Mensch erfährt sich als Individuum und gleichzeitig als Teil eines Kollektivs und entdeckt dabei neue Freiräume. __________________________________________________________________________________________________ Literatur Wolfgang Bossinger , Raimund Eckle (Hrsg) Schwingung und Gesundheit- Neue Impulse für eine Heilungskultur aus Wissenschaft, Musik und Kunst Traumzeit-Verlag 2008 Erich Fromm Von der Kunst des Zuhörens Therapeutische Aspekte der Psychoanalyse Heyne-Verlag 1981 Robert Jourdain Das wohltemperierte Gehirn - Wie Musik im Kopf entsteht und wirkt Spektrum Akademischer Verlag 2001 Johan Huizinga Homo ludens - Vom Ursprung der Kultur im Spiel rororo 1994 Readers Neues Funkkolleg Der Aufstand des Ohrs - die neue Lust am Hören Vandenhoeck & Ruprecht 2006 Tonius Timmermann Klingende Systeme - Aufstellungsarbeit in der Musiktherapie Carl-Auer-Systeme-Verlag 2003
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